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   Die Ballade von OLE PINELLE

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01.07.-31.07.09 Tun. Küste-Hammamet    

01.07-06.07.2009 Monastir 35°46,6N  010°50,1E
 
Von Mahdia geht es weiter Richtung Norden. Wir gehen jetzt auf der Rückreise aber nicht nach El Kantaoui, sondern nach Monastir. Wieder kommen uns zwei Segelboote entgegen, und in Monastir haben wir dann wieder eine richtige, komfortable Marina. Zwei Marineros stehen bereits an der Pier und helfen beim Anlegen. Was für ein Luxus. Hier wollen wir 5 Tage bleiben.
 
 
In der Marina von Monastir
 
 

Monastir

Es folgt eine sehr ungemütliche Nacht. Der Abend ist zwar schön ruhig, die Musik in den Restaurants ist nicht so laut, und es gibt auch keine Disco direkt am Hafen, aber ab etwa 01:00 Uhr bis zum späten Vormittag donnert ein Flugzeug nach dem anderen direkt über uns hinweg. Der Flughafen ist nur etwa 10 km entfernt und jetzt kommen „endlich“ die Touristen, auf die die Tunesier so sehr warten.
 
Wir haben schon gemerkt, dass man sich hier große Sorgen macht wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Man befürchtet, dass die Touristen wegbleiben, und der Tourismus ist hier nun ´mal der größte Wirtschaftsfaktor und somit auch der größte Arbeitgeber. Warten wir mal ab.
 
Da wir im April schon ´mal eine Woche hier waren, im etwas südlicher gelegenen Fischereihafen bei einer kleinen Werft, um das Unterwasserschiff zu streichen, kennen wir uns hier schon ein bisschen aus. Und am nächsten Morgen geht´s sofort zum Markt.
 
In der Markthalle in Monastir
 
Lecker, lecker frischer Fisch.
 
 
 
Wieder steht frischer Fisch auf der Speisekarte und natürlich auch leckeres Lammfleisch für den Grill. Dieser Markt ist sehr schmutzig, aber daran haben wir uns ja schon fast gewöhnt. Direkt nebenan ist ein kleiner moderner Supermarkt. Wir kommen uns vor wie in einer anderen Welt, Aber hier können wir noch einige fehlende Lebensmittel einkaufen.
 
Vor dem Markt sitzen auch wieder Frauen und verkaufen ihr selbstgebackenes Fladenbrot. Sehr lecker!!!
 
Bei einem unserer Bummel in der Stadt lernen wir in einem Cafe eine Holländerin kennen. Sie wohnt schon seit einiger Zeit her in Monastir und meint: „Von  € 600,00 Rente kann ich in Holland nicht leben oder sterben, hier zahl ich für eine schöne, große Wohnung € 100,00 und habe ein Leben wie Gott in Frankreich. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und viele Menschen sprechen deutsch. Was will ich mehr.“ Recht hat sie.
 
Am Strand lernen wir eine junge Tunesierin kennen. Sie ist in Hamburg geboren, lebt inzwischen aber hier in der Nähe von Monastier und spricht perfekt deutsch. Im Moment hat sie Besuch von einer deutschen Freundin aus Hamburg(so ein Zufall). Es wird ein gemütlicher, informativer Abend. Als wir uns später verabschieden, drückt man uns noch eine Visitenkarte in die Hand, falls wir ´mal irgendeine Hilfe benötigen in Tunesien.
 
Und dann geht´s zurück nach Hammamet.
 
 
06.07.09 -     Hammamet 36°23,50N  010°36,50E
 
Die Rückreise nach Hammamet ist richtig mit Arbeit verbunden. Es geht los bei Flaute. Nach etwa 1 Stunde setzt ein leichter Wind ein. Das Groß und die Genua werden gesetzt, da kommt Freude auf. Der Wind nimmt weiter zu, die Genua wird eingepackt und die Fock gesetzt. Eine weitere Stunde später muss noch ein Reff ins Groß und es geht zügig voran. Kurz vor dem Hafen werden dann die Segel geborgen und wir haben unseren kleinen Törn an der Ostküste Tunesiens beendet.
 
Dann wird erstmal telefoniert: „Happy Birthday!“ Heute haben unsere Kinder Geburtstag.
 
Chebbi macht ein leckeres Frühstück
 
Am nächsten Morgen gehen wir in unser Stammcafe „Mistral“ bei unserem Freund Chebbi zum Frühstück. Wir werden auf das herzlichste willkommen geheißen, als wären wir Jahre weg gewesen.
 
 
An unserem Liegeplatz hat sich einiges geändert. Unsere Nachbarn an der Steuerbordseite, Gisela und Otto aus Köln, sind für 2 Monate nach Hause geflogen. Sie haben einige schöne Familientermine. Pat und Rich aus England, die an unserer Backbordseite lagen, haben sich aus Hammamet verabschiedet. Sie sind jetzt auf dem Weg nach Griechenland. See you.
 
Die Hauptreisezeit hat jetzt begonnen und es kommen viele Segler aus Frankreich, und Italien, sie haben es ja nicht weit bis hierher. Und so haben wir immer ´mal wieder neue Nachbarn. Auch bei den Hotels ist es jetzt entsprechend lauter, und nachts gibt es dann am Stand die eine oder andere Disco. Es ist halt Urlaubszeit.
 
Über unsere Plicht wird eine Plane gespannt, so schaffen wir noch ein bisschen mehr Schatten.
 
Unser „neues „ Sonnendach
 
Aber gleich in der ersten Nacht gibt es ein Problem. Am Abend zieht ein tolles Gewitter auf, das wir auf dem Vordeck sitzend über dem Meer beobachten. Durch die freie Sicht ist es faszinierend anzuschauen. (Diese Bemerkung von mir ist schon verwunderlich, da ich früher vor Gewittern fürchterlich viel „Schiss“ hatte. Aber mit zunehmendem Alter wird man halt gelassener.)
 
Nachts gegen 01:00Uhr schrecken wir aus dem Schlaf hoch. Der Wind hat ordentlich zugelegt und wir müssen unsere Plane ganz schnell abbauen und das bei strömendem Regen. Tatsächlich, es regnet ´mal wieder, aber nur kurz und kräftig. Franz kontrolliert noch ´mal die Festmacherleinen und stellt fest, dass sich die Luvleine vorne verabschiedet hat. Sie ist einfach abgerissen. Schnell wird der Schaden behoben und noch eine zweite Vorleine ausgebracht.
 
Am nächsten Tag scheint dann wieder die Sonne und wir können unser „ Sonnendach“ wieder aufbauen.
 
 
Wir fahren wieder ´mal per Bus zum „Kamelmarkt“ nach Nabeul.
 

Auf dem „Kamelmarkt“ von Nabeul
 
 
 
Hier wurde frisch geschlachtet
 
 
 
Auf diesem Markt gibt es Obst, Fleisch, Fisch, Gemüse, Hausrat und Kleidung (neu, wie auch second hand). Nur Kamele sucht man vergeblich. Früher gab es auf diesem Markt ´mal allerhand Viehzeug und eben auch Kamele, davon ist dann der Name übrig geblieben. Nach dem „anstrengenden“ Marktbesuch müssen wir uns erst ´mal stärken. Wir suchen uns ein gemütliches Restaurant und es wird lecker geschlemmt.
 
 
Da kann man doch nicht meckern, oder?

Wir bringen noch unser Internethandy zur Reparatur. Das Internet ist hier wirklich noch etwas lahm und so kann es schon ´mal passieren, dass wir gerade jetzt während der Hauptreisezeit für kurze Zeit von der „Außenwelt“ wie abgeschnitten sind,
 
Wir freuen uns jetzt schon riesig auf den Besuch von Mohamed und Inge. Sie wollen für drei Wochen kommen. Da gibt es sicher viel zu erzählen. Souad hat sich auch schon angemeldet und ihre Freundin Anette möchte auch noch ´mal kommen.
 
 
 
15., 16., + 17.07.09 Kleine Rundreise durch den Norden Tunesiens
 
Wir haben eine kleine Rundreise durch den Norden Tunesiens gemacht. Nachdem wir Wolfgang und Eva mit einem Leihwagen zum Flughafen nach Tunis gebracht haben, (sie sind für ca. 6 Wochen in Deutschland) geht die Reise los.
 
Unser Auto für 3 Tage.
 
Über Zaghouan und El Fahs geht es durch teilweise bergiges Land nach El Kef.
 
Unterwegs sehen wir viele abgeerntete Getreidefelder, die von der Sonne richtig verbrannt sind. Es werden außerdem gerade Paprika, Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Rotkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Kürbis, Melonen, Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche usw. geerntet. Es ist eine tolle Landschaft. Unser Auto ist klimatisiert, aber wenn wir aussteigen gibt es jedes Mal einen kleinen Hitzeschock. Man hat das Gefühl die heiße Luft (ca. 40°-42°) verbrennt die Lungen beim atmen. In den Bäumen und Büschen um uns herum machen die Zikaden ein lautes Konzert.(Fast wie unter einem Hochspannungsmast im Nebel  bei Jochen in Norddeutschland).
 
42° und zig Zikaden
 
In der Mittagshitze haben die Menschen sich dann auch in ihren Häusern zurückgezogen.
 

Die Schaf- und Ziegenherden suchen Schutz vor der Sonne unter den Bäumen.
 
Wir sehen wie immer wenn wir unterwegs sind viele Schaf- und Ziegenherden aber sehr wenige Rinder. Wo kommt denn bloß die ganze Milch und die leckere Creme Fraise her, die man überall in den kleinen Geschäften kaufen kann? Das muß ich unbedingt ´raus finden.
 
Am späten Nachmittag kommen wir an unserem ersten Etappenziel in El Kef an. Wir erkunden die Stadt ein wenig.
 
Le Kef
 Die Klimaanlage im Hotelzimmer ist eher mäßig, und so ist es in der Nacht auch sehr warm. Es ist nicht zu glauben, im Restaurant entdecken wir am nächsten Tag eine gerahmte Fotografie, die unser Hotel im tiefen Schnee zeigt.
 
 
Unser Hotel in Le Kef
 
Nach dem Frühstück geht es weiter nach Dougga. Hier gibt es die größte und besterhaltene Römerstadt Tunesiens. Einige Interessante Bauten sind schon freigelegt, aber es gibt noch viel zu tun ,es muss noch viel gegraben werden und wo immer ein Steinplattenweg im Boden verschwindet, spricht der Fremdenführer nicht etwa vom „Ende der Strasse, sondern vom „Ende des Kredits“.
 
Dougga
Kapitol in Dougga

Das Theater
 
Dann geht es wieder weiter und wir fahren durch bergiges Land nach Tabarka an der Nordküste kurz vor der Algerischen Grenze. Die Landschaft ist wieder ganz anders.
 
 
Alles ist schön grün, es gibt große Bäume (z.B. große Korkeichen), manchmal hat man das Gefühl man ist in Europa, denn auch die Häuser sind in einem anderen Stil gebaut, nämlich mit einem Walm- oder Satteldach.
 
     
   
 
Es soll auch hier im Winter manchmal kräftig schneien, was wir uns bei den jetzigen Temperaturen allerdings kaum vorstellen können.
 
In Tabarka suchen wir uns ein Hotel und dann schauen wir uns den Ort an. Der Yachthafen ist etwas gewöhnungsbedürftig. Direkt nebenan wird gerade ein Hotel renoviert und das stört natürlich den Gesamteindruck sehr. Der Strand neben dem Hafen ist sehr schön, aber europäische Touristen gibt es hier noch nicht sehr viele, es sind fast nur einheimische Menschen hier. Aber auch hier rüstet man auf für den Tourismus. Die Stadt hat etwa 25000 Einwohner und jetzt will man Hotels mit ca. 10000 Betten bauen. Einen Flughafen gibt es auch schon, aber bis alles fertig ist werden sicher noch Jahre vergehen.
 
Wir essen in einem kleinen Restaurant etwas vom Zentrum entfernt und können auch gleich zusehen wie alles gegrillt oder gekocht wird, wobei die ganze Familie mithilft. Der Wirt spricht einige Worte deutsch und wir haben wieder ´mal viel Spass.
 
 
Unser Hotel hat eine schöne Dachterrasse mit Blick auf das Meer und mit einem kühlen Bier bewaffnet lassen wir einen schönen Tag dort oben ausklingen.
 
In diesem Hotel ist die Klimaanlage dann auch in Ordnung und als wir in unser Zimmer kommen bekommen wir fast einen Kälteschock. Die Zimmertemperatur ist auf 18° ´runtergeregelt und das bei Außentemperaturen von 30°. Aber nach kurzer Zeit haben wir ein angenehmes Schlafklima im Zimmer.
 
Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns auf die Heimreise. Über Netza, Mateur, Tunis und Grombalia fahren wir nach Bou Agrub und holen uns noch einige Flaschen leckeren Wein. In Hammamet treffen wir Habib. Wir haben ihn schon vor einiger Zeit kennengelernt. Er hatte aber immer sehr wenig Zeit, weil er eine Prüfung zum Fahrlehrer machen wollte. Die hat er jetzt endlich geschafft und wir verabreden uns für den Abend um auf seiner Terrasse die bestandene Prüfung mit einem Glas Wein zu begießen. Da die Temperaturen auch in der Nacht angenehm sind merken wir gar nicht wie die Zeit vergeht und es ist schon weit nach Mitternacht als wir im Hafen zurück sind. Und hier tobt der Bär. Auch um diese Zeit sind noch viele Leute unterwegs und die Restaurants sind voll. Wir gehen aber gleich an Bord und fallen nach einer wunderschönen Reise ins Bett.
 
 
Zurück in Hammamet
 
Die nächsten Tage sind kuschelig warm. Das Thermometer klettert an einem Tag auf über 40°C und wir verkriechen uns in den Schatten unserer Plicht. In der sind es dann „nur noch“ ca. 30°C. Das Meer hat jetzt fast eine „Badewannentemperatur“ von 26° und das ist sehr angenehm.
 
Dann treffen wir Ali und seine Familie wieder. Wir kaufen Fleisch, Obst und Gemüse ein und Neddja und Nohem kochen wieder ´mal traditionelle Berbergerichte für uns.
 
Nohem macht tunesischen Salat
Neddja kocht Fischsuppe + Couscous
 

Nohem backt in der Pfanne Brik
(ein hauchdünner Teig mit leckerer Füllung)
Uns geht´s doch richtig gut, oder?  
 
 
 
Die Tochter  von Ali´s Bruder macht wunderschöne Stickereien mit echten Goldfäden. Aber das alles für sehr wenig Geld. Sie arbeitet jeden Tag 8 Stunden und bekommt im Monat gerade ´mal € 100,00.
Hier wird ein Schal für eine Hochzeit gestickt.
 
Die Arbeit ist sehr fein und ihre Augen haben sehr an Sehkraft verloren. Da es auch keinen ordentlichen Arbeitsplatz gibt hat sie auch erhebliche Rückenprobleme.
 
Noel, die jüngere Tochter von Ali und Neddja hat sich inzwischen mit einem netten jungen Mann verlobt, und stolz zeigt man uns Bilder vom jungen Paar. Wir sollten ja auch bei der Feier dabei sein, aber da der Termin genau in der Mitte unserer Djerba Reise lag, und die Schwiegereltern auf diesen Termin bestanden, ging´ s dann leider nicht.
 
Verlobungsfoto von Noel
 
 
Jetzt hofft die ganze Familie, dass wir bei der Hochzeit dabei sind.
 
Beim Abschied verabreden wir uns für den nächsten Abend. Ali und sein Freund Ziad haben einen Job als Fotograf und Kameramann auf einer Hochzeit, und wir sind auch eingeladen.
 
 
 
Tunesische Hochzeit 1. Tag                   27.07.09
 
 
Und das wird wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Eine Hochzeit in Tunesien wird über 4-7 Tage gefeiert. Heute ist Tag 1, der Frauentag. Die Familie hat 4 Töchter und 2 Söhne, und die zweite Tochter heiratet. Sie wohnen  etwas außerhalb von Hammamet in einem wunderschönen Haus. Der Brautvater spricht sehr gut deutsch, und so klappt auch die Verständigung gut. Ja, bis dann die Musik einsetzt, dann ist die Unterhaltung nicht mehr möglich. Die Tunesier sind ein sehr lebenslustiges Volk, lieben laute Musik und feiern sehr gerne, das stellen wir auch hier wieder fest. Gerne würde ich euch auch diese Musik übermitteln.
 
Es wird viel getanzt.
Im Innenhof ist eine Disco aufgebaut und gleich daneben steht ein Möbelstück, dass sieht aus wie ein Thron. Davor ist eine freie Fläche zum Tanzen und drumherum sind Stühle aufgestellt für die Gäste, heute fast nur Frauen. Als wir etwa 1 Stunde gewartet haben, wird die Braut in einem Auto vorgefahren. Sie war mit ihren Freundinnen im Hammam (Dampfbad ähnlich einer Sauna). Das ist hier Tradition. Jetzt ist sie ausgeruht und sieht aus wie eine Prinzessin aus 1001 Nacht. Sie ist schön frisiert, geschminkt und trägt ein glitzerndes Kleid.
 
Die Braut ist geschmückt wie eine Prinzessin aus 1001 Nacht
 
Das Brautpaar
 
Die Frauen tanzen den ganzen Abend und später kommen dann sogar ein paar Männer dazu.
 
Die Hände und die Füße der Braut werden mit Henna bemalt.
 
Spät am Abend werden die Hände und die Füße der Braut von einer jungen Frau ganz traditionell mit Henna bemalt, und der erste Tag der Hochzeit geht zu Ende.
 
Gegen Mitternacht machen wir uns auf den Heimweg und sind ganz gespannt, wie die Feier am nächsten Tag weiter geht.
 
 
 
 
Tunesische Hochzeit 2. Tag                         28.07.09
 
Wir treffen uns wieder bei Ali. Nach einem leckeren Essen trinken wir noch gemütlich im Innenhof einen Tee.
 

Omar der „kleine“ von Ali und Neddya hat heute seinen 10. Geburtstag

 
Dann kommt Ziad und wir fahren wieder zur Hochzeit. Im Hof des Hochzeitshauses ist inzwischen eine Bühne für eine tunesische Musikband errichtet worden und die ersten Gäste sind auch schon da.
 
 
Im Haus treffen wir die Braut, die wieder wunderschön in Rot/Gold gekleidet ist.
 
Im Innenhof werden die Gäste inzwischen mit Couscous, Obst, Gebäck und Saft bewirtet.
 
Auch die Musikanten müssen sich vor der Arbeit erst ´mal stärken
 
Dann geht´s los. Die Musik ist für unsere Ohren sehr ungewöhnlich. Wir erkennen weder eine Melodie noch irgendeinen Rhythmus aber dafür ist es wieder sehr laut.
 
Die Braut wird vom Vater aus dem Haus geführt. Sie hat sich wieder umgezogen und muss jetzt wirklich geführt werden, denn ihr Gesicht ist verhüllt und sie kann nichts sehen.
 
Die Braut ist wieder sehr kostbar angezogen.
Ich bewundere die junge Frau sehr, denn bei dieser Wärme in diesem Kostüm, das ist bestimmt nicht sehr angenehm.
 
Auch die Gäste sind sehr schön gekleidet und es wird wieder sehr viel getanzt
.
 

Ist sie die nächste Braut?
 
Und Ziad filmt das ganze Fest.
 
Die Braut wird nach einiger Zeit wieder ins Haus geführt und zieht sich noch einmal um.
Vom Vater und vom Bruder wird sie dann wieder nach draußen geführt. Dann wird ihr der Schleier abgenommen, und man kann endlich auch das hübsche Gesicht der jungen Frau wieder sehen.
 
Es wird noch viel getanzt , der 2. Tag der Hochzeit  geht langsam zu Ende, wir fahren zurück nach Hause, pardon  an Bord natürlich und sind ganz gespannt was der 3. Tag der Hochzeit bringt.
 
 
 
 
Tunesische Hochzeit 3 Tag                        29.07.07
 
Im  Moment machen wir wirklich die Nacht zum Tag. Vor 02:30 Uhr kommen wir nicht in die Koje. Eine Hochzeit in Tunesien ist ganz schön aufregend. Heute am 3. Tag ist der Männertag und wir fahren zum Elternhaus des Bräutigams. Die Strassen in Tunesien sind eigentlich überall gut ausgebaut, aber die letzten 2 Km, geht´s  über einen Feldweg, der holprig ist wie ein ausgewaschenes Flussbett. Die Autos müssen hier ganz schön was aushalten. Einige Male stößt das Chassis unseres Taxis auf dem Boden auf. Das ist Abenteuer pur, denn es können auch plötzlich Schafe oder Ziegen auf der Straße ´rumlaufen. Dann wird es ganz schön haarig, denn die Tunesier fahren immer schnell (und benutzen die Hupe sehr oft).
 
Wir sind nur etwa 10 km von Hammamet entfernt aber hier ist es richtig dörflich, die Häuser stehen zum Teil sehr weit auseinander, haben riesige Grundstücke und sind von hohen Mauern umgeben. Man sieht so gar nicht, was für schmucke Villen sich dahinter verbergen.
 
Wir fahren wieder an einer großen Villa vor. Im Innenhof ist auch hier eine Bühne für die Musikanten aufgebaut, und es sind wieder viele Gäste da.
 
 
Ich hatte schon Bedenken, ob ich überhaupt mitkommen kann, es ist ja heute Männertag. Aber es sind sehr viele Frauen und Kinder da und alle sind wieder sehr elegant angezogen. Die kleinen Jungen und Mädchen sehen aus wie kleine Prinzen und Prinzessinnen.  
 
Ziad und Ali machen die Kameras klar und Franz muß auch fleißig fotografieren. Dann fangen die Musikanten an zu musizieren und ich stelle fest, ich gewönne mich langsam an die laute, schrille Musik.
 

Für den heutigen Tag ist nicht nur eine Band, sondern auch ein bekannter tunesischer Sänger engagiert worden und das muss man natürlich genießen.
 
Viele Frauen tragen die typischen, roten Berbertrachten und bewegen sich wieder sehr elegant auf der Tanzfläche
 
Selbst die kleinen Kinder haben diese tollen Tanzbewegungen schon ´drauf und es macht viel Spaß zuzusehen.

Später kommen noch 3 Bauchtänzerinnen und animieren die Männer, damit auch sie tanzen.
 

Und das  klappt auch. Heute ist ja der Männertag und am Ende des Abends tanzen dann auch viele Männer.
 

 
Später werden dann ein Tisch und einige Stühle auf  die Tanzfläche gebracht. Einige Männer setzen sich und dann werden die Geschenke in Form von Geld eingesammelt. Alles wird ordentlich aufgeschrieben und von allen Seiten beobachtet.
 

 
Übrigens, die Braut ist heute nicht dabei, und als die ersten Gäste gehen, packen  wir unsere Fotoausrüstung zusammen und machen uns auf den Heimweg. Bin gespannt wie der letzte Tag gestaltet wird.
 
 
 
 
 
 
Tunesische Hochzeit 4. Tag                30.07.09
 
Heute ist der letzte Tag des Hochzeitsfestes. Nach einem leckeren Essen bei Ali und Neddja, geht es gut gestärkt zum Hochzeitshaus. Der letzte Tag findet wie der dritte im Elternhaus des Bräutigams statt.
 
Wieder ist eine bunt gemischte Gästeschar versammelt und eine Musikantengruppe macht sich bereit.
 
Ich staune immer wieder wie hübsch die Kinder gekleidet sind.
 
 

 
 
 
Heute hat sich auch der Bräutigam (Mitte) fein gemacht.
Er fährt mit einigen Freunden in einem geschmückten Auto zum Elternhaus der Braut um sie abzuholen.
 
Wir warten ganz gespannt und es wird wieder viel getanzt. Heute ist die Musik nicht ganz so laut. Oder haben sich unsere Ohren vielleicht daran gewöhnt?
 
Und dann ist es so weit. Das Brautpaar kommt und wird mit großem Hallo begrüßt.
 
 
                                                                            
 

 

Das Brautpaar wird von allen Seiten gefilmt und fotografiert und dann werden die Ringe getauscht.
 
 
Das Brautpaar tanzt mit den Geschwistern und den Eltern.
 
Nach etwa 1 - 1 1/2 Stunden geht das frisch verheiratete Paar mit der Familie in das Haus der Eltern. Für sie ist die Hochzeit damit beendet.
 
 
Für die Gäste geht das Fest noch ein bisschen weiter. Kurz nach Mitternacht verlässt das junge Paar dann das Haus, geht auf die Hochzeitsreise und wir machen uns auf den Heimweg.
 
Die Familien dieses frisch vermählten Ehepaares sind wohlhabend, gerne möchte ich eine Hochzeit in einer Familie erleben die nicht so begütert ist. ´Mal seh´n, Ali hat schon wieder neue Aufträge und wir sollen wieder dabei sein.
 
Man heiratet in Tunesien übrigens fast ausschließlich im Sommer, aber nicht im Ramadan, und der ist in diesem Jahr etwa vom 20. August bis zum 20 September. In dieser Zeit ist für Ali nicht viel zu tun und er kann kein Geld verdienen, leider, denn er möchte gerne eine digitale Fotoausrüstung haben. Letztendlich kann er dann seine Arbeit etwas preiswerter machen.
 
 
Das war unser warmer und mit vielen, schönen Erlebnissen gefüllter Juli    
 
 
Hier schreibe ich meine Berichte für Euch und über Internet höre ich
natürlich den NDR  
 
Ich hoffe Ihr habt viel Spaß beim lesen und würde mich über eine Nachricht von Euch freuen.
 
 
Bis bald
Und      liche Grüße 
Franz + Hannelore
von der OLE PINELLE
31.07.09
 
 
 
 
 
 
 
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